Warum ein Depot Vergleich so wichtig ist
Zwischen Online-Brokern existieren erhebliche Unterschiede bei Ordergebühren, Depotführungskosten, der Verfügbarkeit von Sparplänen, Gebühren für ETF- und Fondssparpläne, Handelsplätzen sowie in der Benutzerfreundlichkeit & Sicherheit.
Wer diese Punkte regelmäßig vergleicht, spart im Jahr leicht hundert Euro oder mehr. Besonders langfristige Anleger profitieren von günstigen Gebühren, da diese den Ertrag über die Jahre erheblich beeinflussen.
Die wichtigsten Kriterien im Depot Vergleich
1. Ordergebühren
Die Ordergebühren sind einer der entscheidenden Kostenfaktoren. Sie setzen sich oft aus einer Grundgebühr plus einem prozentualen Anteil des Ordervolumens zusammen.
Typische Beispiele:
- Direktbank: 4,90 € + 0,25 % des Ordervolumens
- Neobroker: 0–1 € pro Trade (Fremdkostenpauschale)
Tipp: Wer häufig handelt, sollte einen Broker mit Flat-Fee oder sehr günstigen Orderkosten wählen. Für Buy-and-Hold-Investoren spielt dieser Punkt eine etwas geringere Rolle.
2. Depotgebühren
Die meisten modernen Online-Broker sind kostenlos. Allerdings verlangen einige klassische Banken weiterhin Gebühren für die Depotführung oder für bestimmte Wertpapiere.
Achte besonders auf:
- Kosten für Fonds ohne Bestandsprovision
- Gebühren bei Inaktivität
- Zusatzkosten für Verwahrung besonderer Wertpapiere
3. Sparpläne
Ein besonders wichtiges Thema für langfristige Anleger.
Wichtige Kriterien:
- Anzahl verfügbarer ETF-Sparpläne
- Kosten pro Ausführung (0 €, 0,20 €, 1,50 %, etc.)
- Unterstützung von Bruchstücken (Fractional Shares)
- Automatisierungsmöglichkeiten
Viele Neobroker bieten mittlerweile kostenlose ETF-Sparpläne, was die Kosten erheblich senkt.
4. Handelsplätze
Wer international investieren möchte, sollte prüfen, ob der Broker Zugang zu Märkten wie:
- USA (Nasdaq, NYSE)
- Kanada
- Japan
- Emerging Markets
- Tradegate/LS Exchange (außerhalb Börsenzeiten)
Je größer die Auswahl an Handelsplätzen, desto flexibler bist du beim Investieren.
5. Benutzerfreundlichkeit & App
Gerade für Einsteiger ist eine intuitive Oberfläche wichtig. Neobroker setzen oft auf minimalistische Apps, während klassische Banken umfangreichere Tools bieten.
6. Sicherheit & Regulierung
Wichtige Punkte:
- Regulierung durch BaFin oder EU-Behörde
- Einlagensicherung (bis 100.000 €)
- Anzahl verwahrter Kundenvermögen
- Transparente Geschäftsmodelle
Die besten Depots im Vergleich (Auswahl 01/2026)
Scalable Capital Broker – Preis/Leistungssieger
Geeignet für: ETF-Sparer, Vielinvestoren, langfristige Anleger
Vorteile:
- ETF-Sparpläne ab 0 €
- Günstige Ordergebühren ab 0,99 €
- Große Auswahl an ETFs und Aktien
- Fractional Shares möglich
Nachteile: Nur wenige Handelsplätze im Basis-Tarif
Trade Republic – Einfachster Einstieg
Geeignet für: Einsteiger, mobile Anleger, ETF-Sparer
Vorteile:
- 1 € Fremdkosten pro Order
- Kostenlose Sparpläne für ETFs, Aktien & Krypto
- Extrem einfache App
Nachteile: Wenige Handelsplätze, keine umfangreichen Analysetools
ING – Beste klassische Bank für Einsteiger
Geeignet für: Anleger, die Service schätzen
Vorteile: Sehr gute App & Weboberfläche, großes Handelsangebot
Nachteile: Orderkosten höher als bei Neobrokern
Comdirect – Vielseitiger Allrounder
Geeignet für: langfristige Anleger, Fonds-Investoren, Trader
Vorteile: Breite Auswahl an Handelsplätzen, viele Fonds mit Sonderkonditionen
Nachteile: Ordergebühren über dem Durchschnitt
Smartbroker+ – Große Handelsplatz-Auswahl
Geeignet für: Aktive Trader und internationale Anleger
Vorteile: Zugang zu vielen Börsen, günstige Ordergebühren
Nachteile: App noch ausbaufähig
Welches Depot ist das richtige für dich? – Entscheidungshilfe
Für ETF-Sparer
Scalable Capital und Trade Republic sind ideal: besonders viele und oft kostenlose ETF-Sparpläne.
Für aktive Trader
Smartbroker+ und Scalable Capital (Prime Plus) bieten viele Handelsplätze und niedrige Gebühren.
Für Einsteiger
Trade Republic und ING sind einfach, übersichtlich und nutzerfreundlich.
Für sicherheitsorientierte Anleger
ING und Comdirect bieten umfassenden Service und hohe Stabilität.
Tipps für einen erfolgreichen Depotwechsel
Ein Depotwechsel ist einfacher, als viele glauben. Wertpapiere können kostenlos übertragen werden – gesetzlich geregelt.
So geht’s:
- Neues Depot eröffnen
- Übertragsformular ausfüllen
- Wertpapiere übertragen lassen
- Optional: Sparpläne im neuen Depot anlegen
Keine steuerlichen Nachteile – Anschaffungskosten werden übertragen.
Fazit
Der passende Broker hängt stark von deinen persönlichen Zielen ab. Neobroker überzeugen mit extrem günstigen Preisen, während traditionelle Banken mit einer breiten Produktpalette und mehr Service punkten.
Um das beste Depot zu finden, solltest du vor allem auf Orderkosten, Sparplankonditionen, Handelsplätze und die Bedienbarkeit setzen. Wer mehrere Anbieter vergleicht und das Depot nach seinen persönlichen Anforderungen auswählt, kann langfristig deutlich Geld sparen und seine Rendite maximieren.
